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KURZ und ENERGYNEST weihen Power-to-Heat-Anlage mit Wärmespeicher offiziell ein
Sulzbach-Rosenberg, 14. Oktober 2026: KURZ und ENERGYNEST haben vergangene Woche gemeinsam mit Projektpartnern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Region die neue Power-to-Heat-Anlage am KURZ-Standort in Sulzbach-Rosenberg offiziell eingeweiht. Die bereits erfolgreich in Betrieb befindliche Anlage kombiniert einen 3-MW-Elektroheizer mit einem thermischen Energiespeicher und ermöglicht es KURZ, erneuerbaren Strom flexibel für die industrielle Prozesswärmeversorgung zu nutzen.
Mit einer Speicherkapazität von 12 MWh und 6 ThermalBattery™-Modulen von ENERGYNEST kann Wärme dann erzeugt und gespeichert werden, wenn erneuerbarer Strom verfügbar ist, und bedarfsgerecht für die Produktion bereitgestellt werden. Eine direkt angebundene Freiflächen-Photovoltaikanlage liefert erneuerbaren Strom für das System. Die Power-to-Heat-Lösung erzeugt mehr als 3,5 GWh Prozesswärme pro Jahr und deckt damit mehr als 70 Prozent des Wärmebedarfs einer Produktionslinie. Gleichzeitig reduziert sie die CO₂-Emissionen um mehr als 700 Tonnen jährlich.
Vom Projekt zur industriellen Energieversorgung
Rund ein Jahr nach dem gemeinsamen Projektstart markiert die offizielle Einweihung einen weiteren Meilenstein für KURZ auf dem Weg zu einer zunehmend elektrifizierten und CO₂-ärmeren Wärmeversorgung am Standort Sulzbach-Rosenberg.
„Eine zukunftsfähige Produktion braucht auch eine zukunftsfähige Energieversorgung. Mit der neuen Power-to-Heat-Anlage leisten wir einen wichtigen Beitrag, um unsere Sicherheitsproduktion in Sulzbach-Rosenberg nachhaltiger aufzustellen und den Einsatz fossiler Energie weiter zu reduzieren. Gleichzeitig investieren wir damit ganz bewusst in die Zukunftsfähigkeit und langfristige Sicherung des Standorts“, erklärt Dr. Andreas Hirschfelder, Vorstand von KURZ.
Ralph Hopfensitz, Executive Senior Vice President Global Technology, ergänzt: „Neben der CO₂-Reduzierung ist für uns entscheidend, dass sich eine solche Lösung im laufenden Betrieb bewährt. Die Anlage ermöglicht es uns, überschüssigen Strom aus unserer eigenen Photovoltaikanlage für die Prozesswärme zu nutzen und so den Erdgasverbrauch im versorgten Produktionsbereich um rund 70 Prozent zu reduzieren. So setzen wir eine nachhaltigere Versorgung mit Hochtemperatur-Prozesswärme unter realen Produktionsbedingungen um.“
Die Anlage zeigt zugleich, wie die Elektrifizierung industrieller Prozesswärme mit thermischer Energiespeicherung kombiniert werden kann. Der Speicher entkoppelt die Erzeugung der Wärme zeitlich vom Wärmebedarf der Produktion. Dadurch kann Strom flexibler genutzt werden, während die benötigte Prozesswärme zuverlässig zur Verfügung steht.
„Mit der Einweihung sehen wir heute nicht mehr nur ein Konzept oder ein Pilotprojekt, sondern eine industrielle Power-to-Heat-Lösung im Betrieb“, sagt Alexander Robertson, CEO von ENERGYNEST. „Für Industrieunternehmen ist entscheidend, dass Elektrifizierung nicht auf Kosten von Versorgungssicherheit und Produktionsanforderungen geht. Genau dafür kombinieren wir elektrische Wärmeerzeugung und thermische Speicherung zu einem integrierten System.“
Ein gemeinsamer Meilenstein
Bei der offiziellen Einweihung am 7. Oktober kamen Vertreterinnen und Vertreter von KURZ und ENERGYNEST mit Projektpartnern, Fördermittelgebern sowie Gästen aus Politik, Wirtschaft und Region zusammen. Neben Einblicken in die Projektumsetzung und die Bedeutung der Anlage für den KURZ-Standort konnten die Gäste die Power-to-Heat- und Wärmespeicheranlage im laufenden Betrieb besichtigen. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung wurde die Anlage gemeinsam von (v. l. n. r.) Dr. Harald Schwartz und Bernard Heinisch aus dem Bayerischen Landtag, Walter Kurz (Beirat KURZ), Ralph Hopfensitz (CTO KURZ), Dr. Andreas Hirschfelder (Vorstand KURZ), Peter Kurz (Beirat KURZ), Michael Rischke (Stellvertretender Landrat Amberg-Sulzbach), Stefan Heckel (Project Lead KURZ), Julian Buderus-Witte (Energy Manager KURZ), Alex Robertson (CEO ENERGYNEST) und Stefan Frank (Erster Bürgermeister Sulzbach-Rosenberg) offiziell eingeweiht.
Die Bedeutung des Projekts über den Standort hinaus spiegelte sich auch in den Grußworten aus Politik und Industrie wider. Dr. Harald Schwartz, Mitglied des Bayerischen Landtags, fasste die Einweihung unter den drei Begriffen „Mut, Stolz und Dank“ zusammen: Mut, die Herausforderungen der Transformation aktiv anzugehen, Stolz auf ein langjährig erfolgreiches Industrieunternehmen und Dank für die Bereitschaft, mit Investitionen wie dieser Verantwortung für Standort und Zukunft zu übernehmen. Bernhard Heinisch, Mitglied des Bayerischen Landtags, Michael Rischke, stellvertretender Landrat Amberg-Sulzbach und Stefan Frank, Erster Bürgermeister der Stadt Sulzbach-Rosenberg, würdigten insbesondere das Engagement und die Innovationskraft von KURZ sowie die Bedeutung des Projekts für die Region und den Industriestandort Deutschland. Auch Beatrice Schulz vom Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. (BVES) und Annkathrin Paulus vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) betonten die Signalwirkung des Projekts über Sulzbach-Rosenberg hinaus.
Power-to-Heat für industrielle Prozesswärme
Ein erheblicher Teil des industriellen Energiebedarfs entfällt auf Prozesswärme. Für Unternehmen, die ihre Wärmeversorgung elektrifizieren wollen, stellt insbesondere die zeitliche Abstimmung zwischen Stromverfügbarkeit und kontinuierlichem Wärmebedarf eine Herausforderung dar.
Die bei KURZ umgesetzte Lösung verbindet deshalb elektrische Wärmeerzeugung mit thermischer Energiespeicherung: Der Elektroheizer wandelt Strom in Wärme um. Diese kann direkt genutzt oder in der ThermalBattery™ von ENERGYNEST gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt für den Produktionsprozess bereitgestellt werden. Damit schafft das Projekt ein konkretes Beispiel dafür, wie Power-to-Heat und thermische Energiespeicherung in bestehende industrielle Produktionsstandorte integriert werden können.
Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert und dient als Vorbild für die Skalierung elektrifizierter Wärmeversorgung in der Industrie. Die erfolgreiche Umsetzung unterstreicht das Potenzial von Power-to-Heat und Wärmespeicherung als zentrale Bausteine einer klimaneutralen Industrie.
Nominierung für den dena Energy Award 2026
Auch über die erfolgreiche Inbetriebnahme hinaus erfährt das Projekt Anerkennung: Die gemeinsame Power-to-Heat-Lösung von KURZ und ENERGYNEST ist für den dena Energy Award 2026 in der Kategorie „Move forward! – Integrierte Strategien für Klimaneutralität“ nominiert. Eine Jury aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Politik hat das Projekt als eines von zwölf Projekten für den diesjährigen Award ausgewählt. Die Preisverleihung findet am 9. November 2026 im Rahmen des dena-Kongresses in Berlin statt.
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