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LEONHARD KURZ zeigt auf der FAKUMA 2026 Oberflächenveredelungen für die Serie
Fürth, 22. September 2026: Auf der FAKUMA 2026 präsentiert LEONHARD KURZ in Halle A4 auf dem Stand 4204 Fertigungsprozesse, mit denen sich dekorative und funktionale Kunststoffoberflächen effizient, wirtschaftlich und serienfähig herstellen lassen. Im Mittelpunkt stehen Lösungen, die Prozessschritte und damit den CO2-Ausstoß reduzieren können, Funktionen integrieren und den Einsatz verschiedener Materialien ermöglichen. Live-Demonstrationen auf Partnerständen zeigen wirtschaftliche und industrielle Fertigungstechnologien auf modernsten Maschinen.
3K-IMD-Prozessdemonstrator: Durchgängige Prozesskette für neue Frontmodule
Ein Highlight des Messeauftritts ist der 3K-IMD-Prozessdemonstrator, der veranschaulicht, wie sich dekorative Oberflächen, funktionale Elemente und Oberflächenschutz in einem durchgängigen Fertigungsprozess vereinen lassen, um bislang getrennte Produktionsschritte zu bündeln. Dies kann dazu beitragen, den Fertigungsaufwand zu reduzieren, die Prozesssicherheit zu erhöhen und die Wirtschaftlichkeit von Serienfertigungen zu steigern.
Die von KURZ entwickelte Technologie ermöglicht die Fertigung von Bauteilen aus drei unterschiedlichen Kunststoffen, die sowohl blickdichte als auch transparente Bereiche aufweisen. Ein wesentliches Merkmal des Verfahrens ist die eingesetzte IMD VARIOFORM® Sheet-to-Sheet-Technik, bei der die Dekorfolie mithilfe eines innovativen Clamping-Frame-Systems verarbeitet wird. Das Verfahren eignet sich für Bauteile mit einer Größe von bis zu zwei Metern und kommt ohne vorgelagerte Tiefziehprozesse aus, wodurch Energie- und Kosteneinsparungen möglich sind. Bei einer Zykluszeit von weniger als 120 Sekunden wird ein thermoplastisches Sheet direkt in das Werkzeug eingelegt und dort unter Einwirkung von Wärme und Unterdruck verformt.
Anschließend entstehen mittels Spritzprägetechnik eine transparente PC-Schicht (K1) für die optische Funktion, ein stabilisierender ABS/PC-Rahmen (K2) sowie eine PUR-Überflutung mit der ColorForm-Technologie von KraussMaffei (K3) als Schutzoberfläche mit selbstheilenden Eigenschaften.
Der energieeffiziente Prozess lässt sich in bestehende Produktionslinien integrieren und eignet sich für den Einsatz von Recyclingmaterialien. Verarbeiter können dadurch von einer reduzierten Verfahrenskomplexität, weniger Handling- und Fertigungsschritten sowie einer ressourcenschonenderen Produktion profitieren.
Die Frontblende des Demonstrators wurde auf einer Anlage von KraussMaffei gefertigt. Materialien stammen von Sabic, Covestro und Rühl Puromer, die Werkzeugtechnologie stammt von der KURZ-Tochter Schöfer.
Rear Light Concept: Lichtdesign für den Exterioreinsatz im Automobil
Das gemeinsam mit ams OSRAM entwickelte Rear Light Concept zeigt neue Gestaltungsmöglichkeiten für funktionale Rückleuchten. Das 2,5D-Bauteil wurde in einem einzigen hocheffizienten Arbeitsschritt mittels In-Mold-Dekoration gefertigt. Ein besonderes Merkmal ist das großflächige IMD-Einzelbild-Design. Im nachgelagerten Functional Foil Bonding (FFB) Adhesive-Prozess von KURZ werden ALIYOSTM LED-Folien integriert. Das für empfindliche Oberflächen und Bauteile geeignete Verfahren ermöglicht die präzise Platzierung flexibler Labels auf 2,5D- sowie stark gekrümmten Bauteilen.
Das Ergebnis ist ein homogenes Lichtbild – auch bei komplexen Bauteilgeometrien – bei gleichzeitig geringem Energiebedarf. Die eingesetzten Komponenten sind auf Recyclingfähigkeit ausgelegt und unterstreichen den Ansatz einer modularen, seriennahen Fahrzeugentwicklung.
Das Rear Light Concept wurde gemeinsam mit ENGEL, Röhm und Zechmayer realisiert. Weitere beteiligte Partner sind Votteler, BAIER und Hinderer + Mühlich (H+M). Die integrierte Mini-LED-Technologie stammt von ams OSRAM.
Hot Stamping: Effiziente Serienprozesse live erleben
KURZ präsentiert gemeinsam mit der Tochterfirma BAIER den Einsatz der Heißprägetechnologie live am Stand.
Mit Heißprägen können sowohl feinste Schriften und Linien als auch mehrfarbige Motive, intensive Volltöne und präzise Farbverläufe umsetzt werden. Die eingesetzte Dünnschichttechnologie ist dabei auf die Recyclingfähigkeit der Produkte ausgerichtet und eignet sich ebenso für die Veredelung recycelter Materialien. Besucher können das Heißprägeverfahren live am Stand erleben und erhalten dabei einen direkten Einblick in die effiziente Technologie.
Einsatz von natürlichen und recycelten Materialien
Neben der Prozessintegration stellt KURZ Materialkonzepte mit biobasierten oder recycelten Bestandteilen für die industrielle Kunststoffverarbeitung vor. Mit Naturfaser-Verbundwerkstoffen auf Polypropylenbasis (NFPP), dem aus dem hauseigenen Rücknahme- und Recyclingsystem gefertigten RECOSYS® rPET sowie dem Konzept EcoLayer FX präsentiert das Unternehmen Lösungen für eine ressourcenschonendere und kreislauforientierte Produktion.
Der Einsatz von NFPP ermöglicht die Herstellung robuster und recyclingfähiger Bauteile, bei denen Naturfasermatten direkt mit dem Dekorträger verbunden werden. Die eingesetzten Matten können zu gleichen Teilen aus recycelten Naturfasern und recyceltem Polypropylen bestehen. Die NFPP-Matten stammen vom langjährigen KURZ-Partner und Spezialisten für technische Vliesstoffe Polyvlies.
Mit dem RECOSYS® Prozess bereitet KURZ PET-Trägerreste zu hochwertigem, sortenreinem Post-Consumer-Recyclat (PCR) unter dem Namen RECOSYS® rPET für neue Anwendungen auf. Zugleich wird der Einsatz von Virgin-Kunststoffen reduziert, womit ein wichtiger Beitrag zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks geleistet werden kann.
Die EcoLayer FX-Technologie ergänzt das Portfolio von KURZ und ermöglicht hochwertige Oberflächendekorationen auf Substraten aus Naturmaterialien und Kunststoff, etwa Talkum, Zellulose oder Kalkstein in Kombination mit Polypropylen. Die dekorative Schicht ist feiner als ein menschliches Haar und darauf ausgelegt, die Recyclingfähigkeit des Bauteils zu erhalten.
Die gezeigten Lösungen verdeutlichen, dass leistungsfähige Kunststoffverarbeitung nicht allein durch neue Materialien entsteht, sondern durch das Zusammenspiel von Materialstrategie, Prozessentwicklung und industrieller Umsetzbarkeit.
Partnerprojekte mit Fokus auf die Serienfertigung
Ergänzt wird der Messeauftritt durch gemeinsame Projekte mit ARBURG in der Halle A3, Stand 3101 und DECKERFORM in der Halle A5, Stand 5205. Die Anwendungsbeispiele zeigen, wie sich innovative Oberflächenlösungen gemeinsam mit Maschinen- und Werkzeugpartnern effizient in industrielle Fertigungsverfahren überführen lassen – von der Prozessentwicklung bis zur seriennahen Umsetzung.
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